Ein Alien im Teddydorf
Es hatte die ganze Nacht hindurch geregnet und der Ältestenrat beschloss, dass die Teddys die Wilderdbeerfelder hacken sollten, damit das Regenwasser besser absickern und gleichzeitig weniger davon verdunsten könne. Der kleine Peppermint hatte aber keine Lust dazu. Feldarbeit ist absolut uncool, sagte er sich und machte lieber einen Spaziergang in den Wald. Er marschierte an jene Stelle im Wald, an der er einst das Waldkaninchen getroffen und anschliessend die Jäger vertrieben hatte. Vielleicht ergibt sich ja an dieser Stelle ein neues, cooles Abenteuer, dachte er sich und lief weiter in Richtung der grossen Lichtung.

Als er auf der Lichtung ankam, traute er seinen Glasaugen nicht. Da stand ein kleines, grünes Männchen! Peppermint rieb sich die Augen und schaute noch einmal genauer hin. Tatsächlich! Ein Ausserirdischer! "Ist ja cool!", flüsterte er vor sich hin und ging näher auf das kleine, grüne Männchen zu. "Ich heisse Peppermint, oder auch *Teddy-Cool* und wer bist du?" Der Ausserirdische musterte den kleinen Peppermint und erst jetzt fiel es den beiden auf, dass sie die gleiche Farbe hatten. "Ich heisse Sweemi und komme vom Planeten Miracle-Duck". Der kleine Peppermint war beeindruckt und ihm blieb der Mund vor Staunen offen. "Ist ja ober-cool! Ich muss dich unbedingt den anderen im Dorf zeigen!" Sweemi hatte keinerlei Einwände und so marschierten die zwei in das Teddydorf zurück.

"Seht mal alle her!", rief der kleine Peppermint aufgeregt, "ein echter Ausserirdischer und ich habe ihn entdeckt! Ist das nicht super cool?" Der alte Ludwig war jedoch weniger begeistert von Peppermint's Entdeckung. "Peppermint, das ist nicht cool, das ist eine Katastrophe für das Dorf. Die Aufnahmepraxis hier im Dorf besagt, dass ein Teddy, der ein Einzelstück ist und eine Geschichte zu erzählen weiss, hier aufgenommen wird. Das bedeutet mit anderen Worten, dass nun auch noch Ausserirdische im Dorf untergebracht werden müssen, denn nachdem wir ja schon Khenan haben aufnehmen müssen, weil unsere Statuten keinen Passus enthalten, wonach fremdländische Teddys nicht aufgenommen werden dürften, brauchen wir nach einem Passus für Ausserirdische gar nicht erst zu suchen. Wir sind aber ein Teddydorf, hier werden nur Teddybären vermittelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir für ein ausserirdisches, äh, ja was auch immer du bist, einen Platz finden, ist mehr als unwahrscheinlich". Sweemi winkte jedoch ab, "ich will auch gar nicht vermittelt werden, ich werde eines Tages auf meinen Planeten Miracle-Duck zurückkehren. Ich möchte nur euch irdische Teddys und euer Leben studieren und verstehen. Es ist so eine Art Studienreise, denn hier habe ich die Möglichkeit, die Vergangenheit noch einmal live zu erleben". Die anderen Teddybären hüpften und sprangen aufgeregt durcheinander, "ja, er wird uns gewiss nicht zur Last fallen", rief eines der Bärchen, "und er kann uns auch von seinem Planeten berichten", rief ein anderes, "und vielleicht hat er ja auch ein paar nützliche Tipps und Techniken, die er uns verrät, wie einst einmal Valentin", rief ein drittes und so stimmte der Ältestenrat schliesslich zu, denn so ein klein wenig neugierig waren die betagten Teddys des Rates ja schliesslich auch. "Nun gut, wenn du also nicht vermittelt werden musst, dann sieht das ja alles ein klein wenig anders aus. Wir schlagen vor, dass wir dann heute Abend ein kleines Fest feiern, wo wir uns besser kennen lernen können".

Wie besprochen trafen sich alle Teddybären, und natürlich auch deren ausserirdischer Freund Sweemi, am Abend auf der grossen Wiese vor dem neuen Dorfgemeinschaftshaus, zu dem angekündigten Fest, der begehrte Wilderdbeersaft floss in Strömen. "Nun erzähl mal", forderte der Ludwig den Ausserirdischen auf, "wo kommst du her und wie kommst du hierher und warum bist du hier und wer oder was bist du eigentlich und ..." "Hey, mal langsam", unterbrach ihn Maisha, den wir ja bereits als einen der Dorfschullehrer kennen, "lass ihn doch mal eine Frage nach der anderen beantworten. Ich dachte schon WIR seien neugierig".  Sweemi grinste, soweit ihm das möglich war, denn er hatte statt einer Teddyschnauze nur eine mehr oder weniger runde Öffnung, und zeigte dem alten Ludwig eine lange Nase. "Also, ich heisse Sweemi und ich bin auf unserem Planeten das, was ihr hier seid. Naja, zumindest war es einmal so. Ja und das war es, was mich neugierig gemacht hat. Ich habe ja in unseren Micheken ..." "In eueren Mitschi-was?", fragte der Dorfälteste nach. "In unseren *Micheken*, ihr würdet Bibliothek sagen, nur dass da bei uns keine Bücher, sondern Mikrochips stehen. Also, ich habe in unseren Micheken eine Menge über die Menschen in mein HiROM, also mein Hirn–Read-Only-Memory, geladen, aber über Teddybären hab ich so gut wie nichts gefunden. Durch mein Tespecter habe ich euch dann beobachtet und musste euch näher kennen lernen. Deshalb bin ich nun hier, 2300 UVAJ von meinem Planeten entfernt." Maisha legte die Stirn in Falten, "also jetzt muss ich mal nachfragen: was um alles in der Welt ist ein Tespecter und was sind UVAJ?" Sweemi seufzte, "stimmt, ich bin ja auf meiner Reise am Mond vorbeigekommen, ihr lebt also tatsächlich hinterm Mond. Also zunächst einmal etwas Physik. Was ihr mit den Augen als Bild seht, ist Licht in diversen Wellenlängen. Durch die verschiedenen Wellenlängen, ergeben sich verschiedene Farben. Soweit klar. Wenn ihr nun mit euren Himmelsteleskopen ins All schaut, so benutzt ihr eigentlich nichts anderes, als eine überdimensionale Lupe. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch möglich, aber dann macht euch ein ganz einfaches Phänomen einen Strich durch die Rechnung. Ihr messt nämlich fälschlicher Weise die Entfernungen im All in Lichtjahren. Ein Lichtjahr ist also die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Als Entfernungseinheit lass ich das ja gerade noch mit Toleranzen gelten, aber das Licht hat eben verschiedene Wellenlängen und auf mehrere Lichtjahre gesehen sind diese verschiedenen Wellenlängen eben nicht genau gleich schnell und somit gibt es dann kein zusammenhängendes Bild mehr. Unser Tespecter, also unser Telespektrometer, zerlegt die empfangenen *Lichter* und setzt sie, abhängig von deren Wellenlänge, und damit ihrer Geschwindigkeit, und der Entfernung, sozusagen versetzt wieder zusammen. Dabei werden die empfangenen Lichtsignale gleichzeitig natürlich noch verstärkt und vergrössert und so bekommen wir auch auf unendliche Distanzen Bilder in Fotoqualität. Ja und da wie gesagt das Licht nicht gleich schnell ist, messen wir die Entfernung in UVAJ, also der Strecke, die UVA Strahlen in einem Jahr zurücklegen." Auch wenn die Teddybären, mit Ausnahme von Maisha, der beeindruckt mit dem Kopf nickte, nur Bahnhof verstanden haben, so haben sie doch eines kapiert. Dieser Tespecter war eine Art Fernrohr, mit dem man das ganze All betrachten konnte. Zu gerne würden sie nun auch mal einen Blick auf Sweemi's Planeten werfen, aber der schüttelte nur mit dem Kopf. "Wir sind mit der Technik noch nicht soweit, dass es diese Tespecter im Taschenformat gibt. Das sind riesige Kästen. Klar, dass ich den nicht bei mir habe."

Schmunzelnd zeigte ein kleines Bärchen, das noch in den Jungbärengarten ging, auf die merkwürdigen Antennen auf Sweemi's Kopf. "Das sind unsere Orinnen", erklärte Sweemi, "eine Kombination aus Ohren und Richtantennen. Damit können wir zum einen ganz normal hören, wir können damit aber auch diverse Schwingungen aufnehmen. So ist für uns zum Beispiel auch eine ganz normale Kommunikation mit der Geisterwelt möglich, was die Menschen oftmals als *Hexenkult* in einen Topf werfen. Sicher, bei den Menschen ist das ein Stück weit verständlich, denn das kann auch sehr gefährlich sein. Wer da nicht genau Bescheid weiss, der wird schnell vom Bösen einverleibt. Uns kann das nicht passieren, wir haben auf der linken Fußsohle ein Pentagramm und wenn wir den Fuß auf einem hellen Stein stehen haben, werden böse Energien wie ein Blitzableiter abgeleitet. Das geht aber nur bei uns; dir rate ich eher davon ab es auszuprobieren. Teddys haben so etwas nicht. Des Weiteren können wir Ultraschall-Laute ausstossen, die wir ebenfalls mit unseren Orinnen empfangen und so können wir uns auch in absoluter Finsternis orientieren, ähnlich, wie bei euch die Fledermäuse. – So, nun hab ich aber genug von mir erzählt, jetzt erzählt mal ein wenig von euch!" Der Dorfälteste überlegte, was sollte er da erzählen? "Das Wichtigste hier im Dorf sind unsere Feste mit dem Wilderdbeersaft, was es sonst noch alles zu erzählen gibt, tja, da schmökerst du am besten morgen mal in unserer Bibliothek; da sind alle unsere Geschichten vorhanden. Ich denke, da bekommst du den besten Einblick".

So feierte Sweemi noch bis tief in die Nacht hinein mit den anderen Teddybären und goss sich dabei so manch einen Wilderdbeersaft hinter die Binde. Am nächsten Morgen ging er dann auch gleich in die Bibliothek und verbrachte dort den ganzen Tag. "Ist ja toll", sagte er schliesslich zu dem Dorfältesten, "die Menschen reden ja sogar mit euch. Bei uns behaupteten unsere Besitzer immer nur *Sweemi's können nicht reden* und so sind wir dann als einfache Stofffiguren abgestempelt und eines Tages ganz abgeschafft worden". "Das ist bei uns in der Regel aber auch nicht anders", warf der Dorfälteste ein, "die Menschen behaupten in der Regel von uns Teddybären auch, dass wir nicht sprechen können. Wir sind hier in diesem Dorf lediglich in der glücklichen Lage, dass wir über eine Reihe von Adressen verfügen, wo wir spezielle Ausnahmen finden. Aber ... was meinst du mit *das war* bei euch auch so und wieso *abgeschafft*? Du bist doch noch da". Sweemi liess sich auf einen der Stühle sinken, die die Teddybären aus kleinen Baumstümpfen gebaut hatten. "Das ist eine längere Geschichte." Der alte Ludwig begann zu strahlen, für Geschichten waren die Teddys im Teddydorf immer zu haben und eine Geschichte von einem Ausserirdischen, das war natürlich besonders reizvoll. "Gegen eine längere Geschichte haben wir absolut nichts einzuwenden", grinste der alte Ludwig, "die kannst du uns bei einem weiteren Fest in aller Ruhe erzählen, aber zunächst einmal sollten wir deine fliegende Untertasse verstecken, nicht dass die noch von Menschen gefunden wird, die dann solange suchen, bis sie unser geheimes Dorf entdeckt haben." Sweemi winkte ab, "keine Sorge, es wird niemand eine fliegende Untertasse finden, weil es keine fliegende Untertasse gibt." Der alte Ludwig stutzte, "wenn es keine fliegende Untertasse gibt, wie bist du dann hier her gekommen?" "Auch das ist ein Teil meiner Geschichte", gab Sweemi kurz zur Antwort und so musste auch der alte Ludwig bis zum abendlichen Fest auf die geheimnisvolle Erklärung warten.

"Ich wurde gefragt, wo denn meine fliegende Untertasse sei", begann Sweemi am Abend des Festes mit seiner Erklärungsgeschichte, "und ich habe geantwortet, dass ich keine fliegende Untertasse habe. Eigentlich ganz logisch, denn um 2300 UVAJ, oder von mir aus auch Lichtjahre, in einer einigermassen akzeptablen Zeit zu reisen, wäre eine derart hohe Geschwindigkeit erforderlich, die zum Einen Motoren und Treibstoffe erfordern würde, die es einfach nicht gibt und zum Anderen; selbst wenn es diese gäbe, so würde kein Organismus die erforderliche Beschleunigungskraft überleben. Selbst Sweemi's und Teddybären nicht. Jetzt wollt ihr natürlich wissen, wie es mir dennoch gelungen ist, diese Reise zu unternehmen. Ich versuche es einmal vereinfacht zu erklären. Ich habe die grösste Energiequelle des Universums genutzt. Nein, nicht die Sonne, sondern die Kraft der Phantasie. Die Phantasie ermöglicht es uns, in Gedanken und Träumen überall hin zu reisen. Wir haben diese Möglichkeit etwas verfeinert und nutzen hierfür die 24. Dimension. Eigentlich ist es die fünfte Dimension. Die erste, zweite und dritte Dimension sind euch ja bekannt, die vierte Dimension ist die Zeit und die 24. ist die Dimension, die wir zum Reisen nutzen. Ihr errechnet Flächen mit der ersten Dimension mal der zweiten. Körper mit der ersten Dimension mal der zweiten mal der dritten. Multipliziert man nun den Körper noch mit der vierten Dimension, erhält man einen Zeittunnel, der es einem ermöglicht, mit nur einem Schritt Strecken zurückzulegen, für die man sonst mit herkömmlichen Fluggeräten Jahrtausende oder gar Jahrmillionen benötigen würde. Hierzu futtern wir uns einen Vorrat an, wie bei euch die Tiere, die Winterschlaf halten, und verfallen in einen mehrwöchigen Tiefschlaf. Wenn wir aus diesem erwachen sind wir absolut erholt. Nun versetzen wir uns in eine Art Trance-Zustand. Wir schalten alle Wahrnehmungen ab, so dass wir durch nichts abgelenkt werden und bündeln die volle Kraft der Phantasie auf unser Reiseziel. So werden wir mehr oder weniger dorthin gebeamt, indem wir nur mit einem einzigen Schritt durch diesen Tunnel gehen. Eigentlich ganz einfach. Die zweite Frage, die euch scheinbar auf den Nägeln brennt, ist die, was ich hier mache. Warum reist ein Sweemi 2300 UVAJ, um auf einen Planeten zu gelangen, der, im Vergleich zu dem eigenen, völlig unterentwickelt ist? Wie ich schon sagte, es ist eine Art Studienreise in die Vergangenheit. Aber ich will nicht nur für mich selber etwas *Geschichte* lernen, ich will euch auch etwas dabei lehren. Beginnen wir einmal auf eurem Planeten. Ihr hattet viele, relativ hochentwickelte, Kulturen in der Vergangenheit. Inkas, Ägypter, Römer um nur einige zu nennen. So verschieden diese Kulturen auch waren, eines hatten sie gemeinsam. Sie zerstörten sich auf ihrem Höhepunkt selber. Selbstverständlich hatten auch sie alle gedacht, dass ihnen das nicht passieren könne, so wie es sich auch eure derzeitige Kultur einbildet und die unsere eingebildet hatte.

Ich erzähle euch einfach einmal kurz, wie es sich bei uns zugetragen hatte. Unsere Kultur hat sich technologisch rasant schnell entwickelt und je fortschrittlicher wir wurden, desto schneller ging die Entwicklung weiter. Alles wurde rationalisiert und in diesem Zuge auch nur noch all dies geduldet, was rational war. Es blieb weder Zeit noch Raum für Gefühle, Träume oder gar Phantasien. Die einzigen Phantasien, die noch Platz in der Gesellschaft hatten, waren die, welche technisch in Realität umsetzbar waren. Aus Träumen wurden technische Zeichnungen, aus Gefühlen rationale Ablaufschemata, aus Phantasien technische Neuentwicklungen und aus Liebe wurde kalte Berechnung. Der Sweemi wurde aus dem Leben der Erwachsenen verbannt und auf die Kinderzimmer reduziert, bis er schliesslich auch dort verschwand, weil er die Kinder zu *weich* machte und ihnen Fortschrittsbremsen wie *Gefühle* vermittelte. Es ging sogar soweit, dass Kindergärten abgeschafft wurden, da dort ohnedies nur gespielt wurde und für Spielereien kein Platz mehr war. Die Kinder wurden stattdessen in den Firmen untergebracht, in denen auch ihre Eltern arbeiteten. Hier gab es so eine Art Spielfirma, in der die Kinder bereits lernten, zu arbeiten wie die Profis. Das gleiche geschah auch in einem Unternehmen für Raumfahrtforschung. Auch hier lernten sechs Kinder, was sie in ihrem späteren Leben erwarten sollte. Einen kleinen, aber feinen Unterschied gab es jedoch. Eines der Kinder hatte noch einen Sweemi und diesen mit in die Firma geschmuggelt. Dieser Sweemi lehrte den Kindern die längst vergessenen Werte und sie begingen eine der schlimmsten Todsünden: sie wurden Freunde. Bei dieser Gelegenheit erfuhren sie, wie viel leichter und angenehmer das Leben ist, wenn man mit Freunden zusammenarbeitet, statt gegen Rivalen zu kämpfen. Selbstverständlich waren sie sich darüber im Klaren, dass sie dies geheim halten mussten. Aus diesem Grunde hatten sie sich eine Geheimsprache ausgedacht. Offiziell mobbten und betrogen sie sich gegenseitig, wie es von erfolgreichen Geschäftsleuten in Spee erwartet wird. Tatsächlich hatten die Worte aber ganz andere Bedeutungen. *Fahr zur Hölle* bedeutete zum Beispiel *ich treffe dich beim Planetarier*, einem Restaurant, in dem besonders scharfe Speisen serviert werden. Auf diese Weise gelang es ihnen, ihre Freundschaft geheim zu halten, bis sie erwachsen wurden. Die Zustände hatten sich in dieser Zeit weiterhin verschlimmert. Hass, Neid und Missgunst verbreiteten sich wie eine Epidemie. Die sechs Freunde waren sich durchaus darüber im Klaren, dass sie weder eine Chance hatten, an den Verhältnissen etwas zu ändern, noch dass sie auf Dauer damit leben konnten. Aus diesem Grund beschlossen sie eines Tages, einen Raumtransporter zu bauen und auf den Planeten Miracle-Duck zu fliehen. Sie flohen mit den letzten drei verbliebenen Sweemi's. Die Bewohner ihres Heimatplaneten verbitterten unterdessen immer weiter und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sie sich gegenseitig auslöschen. Wenn dies geschehen ist, können die sechs Freunde wieder auf ihren Planeten zurückkehren und ein neues, lebenswertes Dasein aufbauen. Sie wissen aber auch, dass sie dazu auf die Mithilfe ihrer Sweemi's angewiesen sind.

An dieser Stelle der Geschichte sind wir bei dem Grund, warum ich hier bin. Es liegt schon so lange zurück, dass es bei uns Freundschaft, Liebe, Fairness, Ehrlichkeit und Harmonie gab, dass wir einen kleinen Auffrischungslehrgang benötigen. Die idealen Lehrmeister hierfür haben wir in den irdischen Teddybären gefunden. Deshalb bin ich zu euch gereist, um hierüber so viel wie möglich zu lernen. Eure Dorfbibliothek mit euren Geschichten war dabei sehr hilfreich und ich bin begierig, noch mehr von euch darüber zu lernen. Im Gegenzug habe ich eine wichtige Information für euch: Nehmt unsere Geschichte zur Warnung und arbeitet mit Nachdruck daran, dass eure Menschen diese wichtigen Grundwerte niemals ganz vergessen werden und in euch immer die Teddys sehen, die ihr seid. Seid ihr erst einmal zu einfachen Stofftieren degradiert, dann ist der Untergang nicht mehr fern."

Der alte Ludwig legte die Stirn in Falten, "das ist nicht gerade das Happy-End, dass wir normalerweise in den Teddygeschichten vorfinden, aber ich denke, es ist auch mal wichtig, dass wir in aller Deutlichkeit an unsere Aufgaben erinnert werden und uns vor Augen geführt wurde, welch katastrophale Folgen es haben kann, wenn wir Teddybären versagen. Auf unseren Schultern lastet eine enorme Verantwortung, aber wir sind Teddys und wir nehmen die Herausforderung an! Erhebt euer Wilderdbeersaftglas und lasst uns anstossen. Auf eine liebenswerte Welt und dass die Teddydörfer wie Pilze aus dem Boden schiessen werden!"

© by Martin A. Floessner
Zurück
©My Little Miracles