Jonathan, der einarmige Bandit
Es war so ein typisch nass-kalter und verregneter Novembertag und so beschloss Sabrina sich mit einer heissen Tasse Tee einen gemütlichen Computerabend zu machen. Ziellos surfte sie über die *Datenautobahnen* des Internets, bis sie plötzlich auf einer Teddybärenseite hängen blieb. Sabrina liebte Teddybären und hier gab es eine Anleitung, nach der man Teddybären selbst von Hand nähen konnte. Sie hatte soetwas zwar noch nie gemacht, aber diese Schritt-für-Schritt-Anleitung sah recht einfach aus und so beschloss sie, es einfach einmal zu versuchen. "Glasaugen hab ich zwar keine, aber die zwei schwarz-glänzenden Druckknöpfe hier in meinem Nähkästchen tun es sicher auch. Fehlen nur noch Scheibengelenke und ein Teddyfell." Nach kurzer Überlegung und einem Blick auf die Uhr, beschloss sie, schnell noch einmal in den Bastelladen am Ende der Strasse zu rennen, um die fehlenden Materialien zu besorgen. In dem Bastelladen angekommen, staunte sie erst einmal nicht schlecht, was so ein bisschen Teddyfell kostet. Dann noch die Scheibengelenke und noch diverser Kleinkram, den man bei der Gelegenheit so entdeckt und den man jetzt natürlich auch unbedingt haben muss, wenngleich man noch vor fünf Minuten noch nicht einmal etwas von dessen Existenz ahnte, jetzt musste man es auf jeden Fall haben. Still grübelnd addierte sie die einzelnen Summen zusammen und verlor jegliche Gesichtsfarbe. Soviel Geld und dann weiss man ja noch nicht einmal, ob das überhaupt was wird, oder ob der vermeintliche Teddybär hinterher nicht eher wie eine mutierte Feldmaus aussieht. Die Verkäuferin sah ihre Zweifel und ehe die Kundin einen Rückzieher von dem gesamten Kauf machte, zeigte sie ihr einen kleinen Restposten Teddyfell. "Ist der letzte Rest und den Stoff gibt es nicht mehr nachzubestellen, aber für einen ganz kleinen Teddy wird er schon reichen. Den kann ich ihnen zu einem Spottpreis überlassen." Also schlug Sabrina zu und machte sich schwer beladen auf den Heimweg. 

Wieder zu Hause verstaute sie erst einmal den eigentlich überflüssigen Kram ihres Einkaufs im Schrank, bevor sie sich, streng nach Anweisung, an's Werk machte. Aller Anfang ist schwer, aber nachdem die ersten Unsicherheiten überwunden waren, ging es ihr recht flott von der Hand und auch das Resultat konnte sich, dank der perfekten Anleitung, sehen lassen. Der Teddy war fast fertig gestellt, als Sabrina feststellen musste, dass für das letzte Teddybein kein Stoff mehr übrig war. "So ein Mist!", fluchte sie, zumal es ja ein Restposten war und sie keinen neuen Stoff mehr nachkaufen konnte. Auch die sofort eingeleitete Internet-Recherche blieb erfolglos. So beschloss sie, dass sie am nächsten Tag von einem anderen Stoff einen grösseren Posten kaufen wollte. Sie hatte ja nun gesehen, dass sich das Resultat durchaus sehen lassen kann und der Stoff daher keine Fehlinvestition ist. Nur was sollte sie mit diesem angefangenen Teddy machen? Ein einbeiniger Teddy? Nein, soetwas ist einfach nur Mist. Abhaken unter Lebenserfahrung oder unter Lehrgeld, egal, auf jeden Fall nicht weiter darüber nachdenken. "Ab in die Tonne und gut ist!" 

So landete der kleine Teddy zunächst in der Mülltonne, dann im Müllauto und zu guter Letzt auf der Mülldeponie. Von hieraus nun hüpfte er in Todesangst auf seinem einzigen Bein in die Richtung der nächsten Ortschaft. Noch kurz vor der Ortschaft, etwas ausserhalb gelegen, kam er an ein grosses Gebäude. "Ki....-....n....-....der....-....hei....-....m", entzifferte er mühselig, was auf der grossen Tafel stand, denn mit dem Lesen hatte er es nicht so. Ehe er die Schrift auf der Tafel weiter lesen konnte, hatten ihn aber schon drei Buben entdeckt und hoben ihn auf. "Was ist denn das?", fragte einer der Buben, "ein oller Teddy, ist aber kaputt, der hat ja nur noch ein Bein", antwortete prompt der andere Bube. "Den packen wir dem einarmigen Banditen in den Spind", frotzelte der dritte, "Krüppel und Krüppelteddy, das passt doch!" Die Idee fand bei den anderen beiden grossen Beifall und schon wenig später fand Jonathan, der mit nur einem Arm auf die Welt gekommen war und deshalb von den anderen abfällig *einarmiger Bandit* gerufen wurde, den einbeinigen Teddy in seinem Schulspind. 

"Die lassen doch wirklich nichts aus, um mich zu hänseln", murmelte er zu dem Teddy, "jetzt reissen sie schon einem unschuldigen Teddy ein Bein aus, nur um sich wieder einmal über mich lustig machen zu können. Aber mach dir nichts draus Teddy, jetzt werde ich gut auf dich aufpassen, damit dir nicht noch mehr geschieht." Der Junge ist ein guter Junge, dachte der kleine Teddy bei sich, aber wie es aussieht, hat er es nötiger, dass jemand auf ihn aufpasst als ich. "Mach dir keine Gedanken", sagte er sodann zu Jonathan, "mir hat niemand ein Bein ausgerissen, ich bin so geboren worden, genauso, wie du mit nur einem Arm geboren wurdest." Mitleidig sah Jonathan den kleinen Teddy an, mit dem er nun auf sein Zimmer ging. "Dann geht es dir also genauso mies wir mir. Wir sind behindert, zweite Wahl und minderwertig. Willkommen im Club!" Oh, oh, dachte sich der kleine Teddy, da hab ich aber ganz schön Aufbauarbeit zu leisten! "Wenn du es so sehen willst, bitte! Aber gestatte mir, das ich das etwas anders sehe. Wir sind in einem Teilbereich körperlich eingeschränkt, das ist wohl richtig, aber dafür sind wir in anderen Bereichen wesentlich besser. Aber gut, das ist ja nur meine unmassgebliche Meinung." Nach einer kurzen Pause sagte der Teddy dann: "Hör, mal! Ich höre Schritte auf dem Flur. Wer kommt denn da?" Verwundert sah der Junge den Teddy an, "woher soll ich denn das wissen?" "Ja hörst du denn die Schritte nicht?", fragte der Teddy weiter. "Natürlich höre ich die Schritte, aber die Tür ist zu und ich kann nicht sehen, wer da kommt. Also woher soll ich dann wissen, wer das ist?" Das wollte der Teddy hören und lächelte zufrieden. "Richtig, du kannst es nicht wissen, weil du ihn nicht sehen kannst. Ein Blinder jedoch, der überhaupt nicht sehen kann, der würde jetzt, nur anhand der hörbaren Schritte, sagen können, wer es ist. Verstehst du, was ich damit sagen will?" Jonathan nickte nachdenklich, "ich denke schon, nur weiss ich nicht, in wie fern mir das jetzt helfen sollte." "Du hast mein Beispiel mit dem Blinden verstanden, du wirst also schon noch darauf kommen. Ich helfe dir auch dabei, keine Angst, aber Eins nach dem Anderen", antwortete der Teddy und hüpfte auf das Fensterbrett um nach draussen auf den Hof blicken zu können. Dort waren die anderen Jungs bereits alle versammelt und spielten. "Warum gehst du denn nicht auch raus zum Spielen? Ich pass hier schon auf mich auf, brauchst dir keine Sorgen zu machen." Jonathan schnaubte den Teddy abfällig an. "Das hat mit dir nichts zu tun, die wollen nicht, dass ich mitspiele. Krüppel können sie nicht gebrauchen, sagen sie immer." 

Soetwas in der Art hatte sich der Teddy schon gedacht, Kinder sind ja bekanntlich grausam, aber ein Junge in Jonathans Alter lässt sich nicht mehr so einfach von einem Teddybären auf den richtigen Weg führen, den muss er sich schon selbst irgendwie erarbeiten. Seine Aufgabe war es lediglich, ihn zu dieser Aufgabenlösung zu animieren. "Und was machst du stattdessen? Trübsal blasen und in Selbstmitleid versinken, oder was?" Jonathan zuckte mit den Achseln, "ja zum Beispiel, oder ich gehe in den Computerraum und spiele ein wenig am Computer." "Na dann los, gehen wir!", forderte der kleine Teddy, der darin immer noch die bessere Alternative sah. "Was sind denn da für Spiele drauf, auf dem Computer?", wollte der Teddy wissen, als sie im Computerraum angekommen waren. "Nur der übliche Standardmist", entgegnete Jonathan gelangweilt, "das spielst ein paar mal, dann kommt es dir zu den Ohren raus. Ich spiel meine eigenen Spiele. Das hier zum Beispiel", Jonathan packte eine CD aus und schob sie in den Computer und lud ein Spiel hoch, "ich habe es Schatzsucher genannt. Das habe ich letzte Woche geschrieben; ist ganz spannend. Man muss auf einer Insel mit Hilfe der Schatzkarte einen Schatz suchen. Unterwegs stösst man aber immer wieder auf Rätsel, die sich das Programm selbstständig aus dem Internet zieht und man so immer neue Rätsel erhält, die man lösen muss. Wenn man falsch rät, ist man wieder am Anfang, bei dem dritten falschen Rätsel ist man ganz draussen. Wenn man es bis zu dem Schatz geschafft hat, gibt es eine neue Schatzkarte. Auf diesem Weg gibt es dann aber mehr Rätsel zu lösen, man kann aber unterwegs einen Teil seines Schatzes an eine Fee spenden und erhält dafür eine Freiantwort, wenn man ein Rätsel nicht lösen kann. Je mehr Schätze man findet, desto mehr Rätsel muss man lösen und die einzelnen Rätsel werden auch immer schwieriger. Mein Rekord liegt bei fünf Schätzen!" 

Der Teddy staunte nicht schlecht, bei dem was Jonathan da programmiert hatte, "und du bezeichnest dich als minderwertig? Du spinnst doch! Das ist ja phantastisch, was du da gemacht hast!" Jonathan lächelte verlegen, "ja, geht so. Früher hatte ich die Spiele ja hier auf dem Computer gespeichert, aber ich sehe nicht ein, dass die anderen sie auch spielen können. Sie lassen mich ja schliesslich bei sich auch nicht mitspielen und so hab ich sie vom PC wieder runter genommen und auf CDs abgespeichert." Der Teddy begann zu überlegen. Hier könnte doch des Rätsels Lösung liegen. Nach einigen Minuten des Nachdenkens hatte er dann auch endlich die Lösung parat. "Du solltest die Spiele wieder auf dem Computer abspeichern", schlug der Teddy vor, "sollen die anderen Jungen doch ruhig sehen, was du für ein Genie bist." Jonathan sah ihn erschrocken an, das konnte er doch jetzt unmöglich ernst gemeint haben, "ich soll die Bande für ihr Benehmen mir gegenüber auch noch belohnen? Ist bei dir 'ne Sicherung durchgeknallt?" Der Teddy konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, er liebte solche Situationen und genoss diese in vollen Zügen. "Nicht ihr bisheriges, aber ihr zukünftiges", begann er schliesslich seine Erklärung, noch immer verschmitzt grinsend, "einem begnadeten Programmierer wie dir dürfte es doch wohl nicht schwer fallen, die Spiele mit einem Zugriffscode zu versehen, oder?" Jonathan verstand worauf er hinaus wollte, doch so einfach wie sich der Teddy das dachte, war es nicht. "Sicher, eine der leichtesten Übungen, aber ich kenne doch die Saubande. Die schikanieren mich solange, bis ich ihnen den Code gebe." Jawoll, dachte sich der Teddy, er hat es bis hierhin kapiert, "sicher werden sie das tun. Und du wirst ihnen den Zugangscode, der genau 24 Stunden gültig ist, auch geben, wenn sie dich dafür im Gegenzug bei sich mitspielen lassen." Es ärgerte Jonathan jetzt schon ein wenig, dass er, der wirklich ein recht guter Programmierer war, nicht selber auf eine derartig banale Idee gekommen war. Auf der anderen Seite jedoch, wenn diese Idee aus irgendwelchen Gründen nicht funktionieren sollte, so war es ja wenigstens nicht seine Schnapsidee und wenn sie funktioniert, ja was soll's. Endlich bei den anderen mitspielen zu dürfen, das war es ihm wert, dass der Teddy seinen Triumph bekam. "Also gut, einen Versuch ist es wert", antwortete er schliesslich und kopierte die Spiele erneut auf den Heimrechner. Die Sicherung durch einen entsprechenden Zugriffscode war für ihn nur eine Sache von wenigen Minuten. 

Bereits wenige Stunden später sollte sich zeigen, das Teddy’s Plan aufzugehen schien. "Hey! Einarmiger Bandit! Was soll die Scheisse mit dem Zugriffscode? Rück sofort den Code raus!", rief ihm einer der Jungs zu. Jonathan konzentrierte sich und nahm alle Kraft zusammen, damit er ruhig blieb, die Fassung behielt und sich weder Angst noch Aufregung anmerken zu lassen. "Mein Name ist Jonathan und nicht *einarmiger Bandit*. Das erst mal als Erstes. Desweiteren gibt es ein Zauberwort, das ihr aber wohl nicht zu kennen scheint, deshalb verrate ich es euch, es heisst *B-I-T-T-E* und den Zugriffscode, ja den könnt ihr, wenn ihr dies alles beherzigt, gerne haben, vorrausgesetzt, dass ihr mich dafür im Gegenzug auch bei euch mitspielen lasst. Überlegt es euch und vor allem übt schon mal das Wort *bitte*. Ihr wisst ja, wo ihr mich findet." Das hatte gesessen. So hatten die Jungs den doch sonst so schüchternen Jonathan noch nie erlebt. Sprachlos und mit offenem Mund standen sie einfach nur starr da während sich Jonathan von ihnen wegdrehte und zurück auf sein Zimmer ging. Was blieb ihnen jetzt anderes übrig, als klein beizugeben? Sicher, sie könnten auch den Code aus ihm herausprügeln, doch das würde die Heimleitung spitz kriegen und ihre letzten Sanktionen, die sie empfangen hatten, waren ihnen noch zu gut in Erinnerung. 

"Also gut, Jonathan", sagte schliesslich der Anführer der Jungs, nachdem er in Jonathan’s Zimmer eingetreten war, "wir haben uns beratschlagt und sind, auch wenn dein Forderungskatalog doch recht umfangreich ist, im Prinzip einverstanden. Was ist aber, wenn wir unseren Teil erfüllen und es sich herausstellt, das es deine Spiele nicht wert sind?" "Sie sind es wert, aber ich kann deinen Einwand natürlich nachvollziehen. Dennoch kannst du ganz beruhigt sein, denn diese Abmachung gilt ja, genauso wie der Zugangscode, nur 24 Stunden. Danach könnt ihr entscheiden, ob ihr einen neuen Code haben möchtet und mich dafür weiter mitspielen lasst, oder nicht." Das der Zugangscode eine zeitliche Befristung hatte, war nicht eben das, was sich die Jungs vorgestellt hatten, aber auf der anderen Seite konnten so auch sie am nächsten Tag problemlos aus dem Deal aussteigen, wenn er ihnen nicht zusagen sollte und so stimmte er schliesslich zu und erhielt den Zugangscode für die Spiele. Im Gegenzug bekam Jonathan die Zusage, am nächsten Tag mit ihnen Fussball spielen zu dürfen. Jetzt ist Fussball zwar im Grunde genommen kein Spiel, bei dem ein Einarmiger benachteiligt ist, ganz im Gegenteil, abgesehen von den Einwürfen, die ja laut Regel mit beiden Händen zu erfolgen haben, was in seinem Fall technisch nicht machbar war, ist bei einem Einarmigen das Risiko eines ungewollten Handspiels 50% niedriger, als bei einem Zweiarmigen. Dennoch gab es ein nicht unwesentliches Problem. Auch wenn er so für sich mit Coladosen oder Tennisbällen vor sich hin kickt, es fehlte ihm definitiv an Spielerfahrung und Routine. Dieses Manko musste er, wenn er denn auf eine Verlängerung des Abkommens scharf war, irgendwie kompensieren. 

"Routine und Erfahrung kannst du nicht lernen und bis morgen schon gleich gar nicht, das ist ein langwieriger Prozess, den keiner abzukürzen vermag. Nutze deinen Kopf und deren Fehler", riet ihm der Teddy und so machte er sich mit einem Fernglas an seinem Fenster breit und begann die Jungs beim Fussballspielen zu beobachten. "Versuche herauszufinden, wer welche Marotten hat und welche Regelmässigkeiten bestehen. Die musst du dann morgen zu deinen Gunsten ausnutzen." Jonathan verbrachte lange Zeit am Fenster und es gelang ihm wahrhaftig einiges herauszufinden. Michael, er war der beste Torschütze und konnte sowohl mit dem linken, als auch mit dem rechten Fuss schiessen. Wenn er den Spurt mit dem rechten Fuss begann, dann schoss er auch mit dem Rechten und umgekehrt. Wenn er mit rechts schoss, so schoss er stets in die linke Torseite, umgekehrt schoss er mit links in die rechte Torseite. Wenn Tobias am Ball war und Mark und Thomas frei standen, so spielte er stets Thomas an, egal ob dieser strategisch besser stand oder nicht. Diese und noch einige andere Regelmässigkeiten konnte er feststellen. 

Am nächsten Tag war es dann soweit. Die Mannschaften wurden gewählt und zum Schluss wurde ausgelost, wer Jonathan nehmen musste. Auch wenn Jonathan nicht sonderlich routiniert spielte, er dachte stets an diese Regelmässigkeiten, war stets in Thomas Nähe, wenn Tobias am Ball war und wenn Michael zum Spurt ansetzte, achtete er genau auf den Fuss, mit dem er losspurtete, um die richtige Torseite decken zu können. Durch diese taktischen Manöver gelang Jonathan's Mannschaft am Ende der Sieg und das Abkommen wurde verlängert. Da sich die Jungen über ihre Eigenarten selber nicht im Klaren waren, ahnten sie auch nicht, wie es Jonathan gelingen konnte, stets an der richtigen Stelle zu sein. Er war es einfach und im Laufe der Zeit wurde sein Spiel obendrein noch flüssiger und routinierter und er war längst nicht mehr der, den man *nehmen musste*, sondern wurde inzwischen als einer der ersten gewählt. "Siehst du", sagte der Teddy, "inzwischen wollen sie dich sogar. Es ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem du *den Preis* für deine Zugriffscodes erhöhen kannst." Doch Jonathan winkte ab. "Ich weiss doch, dass ich inzwischen einer von ihnen bin, auch wenn sie es nicht zugeben und sich meine Teilnahme nach wie vor *bezahlen* lassen. Sicher könnte ich jetzt auch *gratis* mitspielen, dann müsste ich aber auch so fair sein und ihnen die Codes gratis überlassen, was am Ende auf das Gleiche heraus läuft. Ich will doch gar nicht mehr. Ich habe alles bekommen, was ich wollte. Ich darf mitspielen, ich bin einer von ihnen und ich habe sogar mein Selbstwertgefühl, das mir, ich glaube schon bei meiner Geburt, abhanden gekommen war, wiedererhalten. Und das alles verdanke ich dir, einem kleinen, einbeinigen Teddy. – Danke!" Dem Teddy kam eine Träne der Rührung und er schnäuzte sich kurz, bevor er antwortete: "Das alles verdankst du dir selber. Dir und deiner Fantasie, denn nur dank deiner Fantasie bist du in der Lage unsere Sprache, die Sprache der Teddybären, zu verstehen." 

© by Martin A. Floessner
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